BNK: Laufen ist Herzenssache

Lange genug hat es gedauert, jetzt ist endlich wieder Sommer. Wie positiv sich das Laufen speziell auf das Herz auswirkt und wo die körperlichen Herausforderungen in der heißesten Jahreszeit lauern, erklärte mir Dr. Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK e. v.)

Ein sportliches Herz funktioniert besser
Im Ruhezustand schlägt das Herz eines normalen Menschen zwischen 60 und 90 Mal pro Minute. „Treibt man regelmäßig Sport, wird der Herzmuskel gestärkt und der Ruhepuls dauerhaft auf oft weniger als 60 Schläge pro Minute gesenkt“, so Dr. Heribert Brück, Kardiologe und selbst Marathonläufer.  Der trainierte Herzmuskel hält Belastungen wesentlich besser stand, außerdem profitieren Läufer vom sinkenden Blutdruck und der deutlich verringerten Gefahr von Herzkreislauferkrankungen.

Gemütliches Läufchen oder Marathon?
Das Herz ist auf kontinierliches Training angewiesen, genau wie die gesamte Muskulatur des Körpers. Dauer, Länge und Häufigkeit des Trainings ist von Läufer zu Läufer je nach Alter, Kondition, Gesundheit, Lust und Gelegenheit unterschiedlich.

Menschen, die längere Zeit keinen oder nur sehr wenig Sport gemacht haben oder unter Probleme mit dem Herzen leiden, rät er: „Übermäßíge Belastungen können dem sensiblen Organ schaden. Die Intensität und das Trainingspensum hängen maßgeblich vom Gesundheitszustand und der Art der Herzerkrankung ab“, weiß Dr. Brück. „Läufer sollten ihren Trainingsplan in diesen Fällen vorher sicherheitshalber mit dem behandelnden Kardiologen abstimmen“.

Gesundes Sommertraining
In der warmen Jahreszeit sollten bevorzugt die kühleren Morgen- und Abendstunden genutzt werden, wenn die Hitze des Tages etwas abgeklungen ist. Auf hohe Temperaturen reagiert der Körper vornehmlich mit einer Erweiterung der Gefäße und verstärktem Schwitzen.

Bei sportlicher Anstrengung erhöht das die Anstrengung je nach Grad der Hitze enorm. Der Blutdruck kann im Extremfall hierdurch so weit sinken, dass die Durchblutung von Organen gestört wird, was einen Kreislaufzusammenbruch zur Folge haben kann.

Wann ist zu viel zu viel?
Fast jeder Mensch leidet gelegentlich unter Herzklopfen oder Herzstolpern. Neuesten Untersuchungen zufolge haben Sportlicher sogar häufiger Herzrythmusstörungen als Nichtsportler. Übertraining etwa äußert sich durch einen erhöhten Ruhepuls, Müdigkeit, Ausbleiben von Leistungssteigerungen oder sogar der Abnahme von Leistungsfähigkeit.

Ist das Herz gesund, ist eine Behandlung nicht erforderlich. Allerdings sollte das Training reduziert werden: „Problematisch wird es, wenn Schwindel, Luftnot oder Unwohlsein mit den Herzbeschwerden verbunden sind, oder den Beschwerden gar ein Infekt vorausgegangen ist. Sollte das der Fall sein, empfiehlt sich eine kardiologische Abklärung, um eine Gefährdung auszuschließen“ – Stichwort Herzmuskelentzündung (Myokarditis).

Über den BNK
Der BNK e. V. ist der größte Kardiologenverband auf vertragsärztlicher Ebene in Deutschland. Er hat derzeit rund 1.200 Mitglieder und repräsentiert damit über 90 % der kardiologischen Praxen. Der Verband ging aus einer Arbeitsgemeinschaft hervor, die 1979 von knapp 100 Fachärzten gegründet wurde. Heute sind die Mitglieder des BNK auf regional und auf Bundesebene in zahlreichen Ausschüssen, Projektgruppen, gesundheits- und berufspolitischen Gruppierungen sowie in vielen Gremien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herzund Kreislaufforschung (DGK) aktiv. Sitz des BNK ist München.

(Visited 47 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.