Les résultats la mesure lactate

Tres bien – die Laborergebnisse des zurückliegenden Laktattests sind da. Roman, diplomierter Sportwissenschaftler und Assistent von Sven, schreibt – verknappt gesagt -, dass ich beim nächsten Lauf sehr wahrscheinlich auch im Ziel ankommen werde. Und er hat noch ein paar bunte Grafiken und Messwerte von der Milchsäure und mir dabeigetan, deren volles Verständnis mich ein Weilchen beschäftigt haben. Im Prinzip ändert das auch nichts an der Gesamtsituation, doch eins nach dem anderen:

Wie im richtigen Leben, lese ich bevorzugt zunächst das Fazit – spart Zeit und manchmal auch Nerven. Wäre das ein Zeugnis, stünde da „befriedigend“. Ich bin in verhältnismäßig guter, körperlicher Form. Mit gewisser sportlicher Adaption des Herz-Kreislauf-Systems. Leicht trainiert. Sollte ausgebaut werden. So so. Roman, lass uns reden.

Sauerstoff im Blut: VO2max
Der Marathoni freut sich zunächst, wenn er bei der VO2max Auswertung was von 42,40 ml O2 pro Minute liest. Die Zahl kennt er, 42,195 Kilometer beträgt die Distanz eines Marathons. Der Wert bezeichnet jedoch die bei der Laktatdiagnose abgeschätzte (!) Sauerstoffaufnahme pro Kilogramm Körpergewicht bei Maximalbelastung.

Exkurs: Die Laktatkonzentration im Blut charakterisiert die muskuläre Stoffwechselsituation bei einer gegebenen Belastung, und lässt damit einen Rückschluss auf die Ausprägung der aeroben (sauerstoffbasierten) metabolischen Kapazität der Muskulatur zu. Laktat ist daher einer der wichtigsten leistungsdiagnostischen Parameter. Weitere Hintergrundinfos  in der Wikipedia.

Bewertung
Der Wert ist nicht wild. Offensichtlicht ist meine Muskulatur kein besonders guter Sauerstoffspeicher, ergo geht der Griff des Körpers bei steigender Belastung flott zu den Kohlenhydrat- und Fett-Depots. Mit 68 Kilo Körpergewicht und einem BMI zwischen 22 und 23 wundert mich das indes nicht. Andererseits ist der genannte VO2max-Wert auch nur eine Orientierung, obgleich Grundlagenausdauertraining (auch) auf die Erhöhung dieser Speicherfähigkeit abzielt. Weitere Infos dazu hier. Ich muss Roman mal fragen, ob der Wert absolut (ohne- ) oder relativ (mit Bezug auf das aktuelle Körpergewicht) gebildet wurde, das ist nämlich nicht ausgewiesen.

Belastungsstufen und Pulsfrequenz
Well, mal in medias res: Hier die Übersicht der verschiedenen Belastungsstufen und Herzfrequenz-Werte (HF).

Was mich am Tag des Tests sehr verwunderte, war der ernorme HF-Sprung zwischen Ruhezustand (HF 85) und der ersten Belastungsstufe, extrem langsamen Trab. Da sprang der Puls auf 141, ich hielt das für einen Messfehler meines Brustgurtes. Sven maß manuell nach – doch tatsächlich, das Pferdchen galoppierte. In den Steigerungsstufen waren die Sprünge weniger stark, aber soweit stimmig.

Der Graph dazu:

Der graue, horizontale Bereich in der Mitte (zwischen rund 105-130 Puls) markiert im oberen Ende die aerobe/anaerobe Schwelle. Also den Bereich, wo dem Körper eben Sauerstoff als primärer Energieträger nicht mehr gut genug ist, und er an die Kohlenhydrate und das Fett geht. Der Energiegehalt von Sauerstoff ist viel geringer, doch der Körper hat es bei der Aufspaltung wesentlich leichter. Genaugenommen ist der feine Herr Körper nämlich von Natur aus eine faule Sau, die die energetischen Kronjuwelen erst antastet, wenn es wirklich sein muss. Dafür haben aber selbst die dünnsten Menschen noch einige Kilos Fett am Leib, deren Energie-Äquivalent pro Kilo rund 10.000 Kalorien beträgt. Das reicht für tage-, wenn nicht sogar wochenlange Ausdauerbelastungen im subsubsubmaximalen Bereich aus. Wenn die restlichen Rahmenbedingungen stimmen, ist der Mensch damit ein ziemlich zähes Tier. Doch zurück zu mir:

Bewertung des inneren Kraftwerks
Der Graph oben ist ein Spiegel meines sportlichen Stoffwechselverhaltens. Jedenfalls am kalten nassen Sonntag, an dem wir den Test durchgeführt haben. Die Tagesform, Temperatur und Co können nämlich ziemlich entscheidend sein. Die blaue Kurve zeigt den Verlauf des Pulses bei der stufenförmig ansteigenden Belastung (siehe Tabelle oben). Unter Normalbedingungen steigt der Puls linear an. Der rote Graph zeigt den Verlauf der Laktatproduktion, nachgewiesen über dessen Konzentration im Blut. Im aeroben Grundlagenausdauerbereich bis 4 mmol (siehe rechte Y-Achse) (sprich man kann mühelos noch Quatschen beim Laufen) sollten Laktatproduktion und -elimination im Gleichgewicht stehen. Die benötigte Energie wird dabei primär über die körpereigenen Fettdepots geliefert. Ab 4 mmol steigt das Laktat normalerweise exponentiell an – der Körper arbeitet im anaroben Bereich und verbrennt primär Kohlenhydrate.

So viel zur Theorie, denn auch wenn der Graph irgendwie ähnlich zur Messung 2008 ist, ist sein Verlauf bei meinem Trainingsstand nicht nur ungewöhnlich, sondern unlogisch. Ein Anstieg ab 2 mmol und eine aerob/anerobe Schwelle von rund 130 ist nicht stimmig. Da mein Trainingsplan für 3 Monate auf diesen Messungen basiert, werde ich die Ergebnisse tatsächlich noch genau hinterfragen und eventuell justieren. Was etwas schwierig ist, das Blut dürfte nämlich mittlerweile weg sein. Schaun mer mal.

Maßstab des Trainings: Die individuellen Herzfrequenz-Bereiche
Die Ziel-Herzfrequenzen leiten sich dummerweise auch aus den beschriebenen Werten ab, und sehen folgende Stufen vor:

Bei einem Puls von 105 erreichte ich dabei den aeroben Übergang – hier arbeitet der Fettstoffwechsel am intensivsten, das Herz-Kreislauf-Systems stabilisiert sich. Idealer Trainingsbereich für Grundlagenausdauer! In der Praxis ist der Wert aber zu niedrig, da ich 105-120 HF bereits bei schnellem Gehen erreichen kann, warm eingepackt. Der türkise Block oben zieht sich außerdem bis 178, was doch ein bisschen arg weit gefasst ist. Erst darüber bequemt sich mein Stoffwechsel, anaerob zu arbeiten, was Leistungstraining entspricht. Dessen Schwellengeschwindigkeit liegt damit bei rund 11 km/h – das entspricht meinen Erfahrungen im freien Training, und der gefühlten Belastung im Wettbewerb. Einfach gesagt ist ab diesem Tempo aufwärts Schluss mit lustig, das Laufen kein Mädchenpensionat und das Wohlfühlen weicht dem Kampf.

Ausblick und Einschätzung
Ich bin gespannt auf den Folge-Test im Juni, der mir zeitnah zum Abschluss der ersten Trainingsphase in diesem Jahr ein Update gibt. Wer außerdem bis hierhin im Text durchgehalten hat, der hat meinen Respekt. Das Thema ist trocken, speziell und individuell. Aber es gibt vielleicht auch punktuell gelesen einfach mal einen Überblick über die Methodik von läuferischer Leistungsdiagnostik. Sie ist nicht kompliziert, aber im Alltag hat man einfach nicht viel damit zutun. Die Sinnhaftigkeit bzw. Aussagekraft von Laktattests wird meiner Erfahrung nach von Experten auch weder absolut gesehen, noch ist sie überall anerkannt. Genauso sind jährliche, ja sogar unterjährige Laktattests für Hobbyläufer ein Luxus. Wer nicht gerade sein Geld mit dem Sport verdient, für den sollte ein Test alle 2-3 Jahre ausreichen. Sagt auch Herbert Steffny. Ideal ist abweichend zu unseren Feldtests (sprich auf dem Sportplatz, egal bei welchem Wetter) Checks auf dem Laufband, unter absolut vergleichbaren und kontrollierten Bedinungen. Nur so sind die Ergebnisse verschiedener Tests zueinander überhaupt bewertbar. Roman und Sven bieten genau das.

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