Lungenentzündung, oder: Durch die Mitte, durch die City, durch die Stadt, zack zack

Klirrenden Eiswürfel kühlen den frisch gepressten Fruchtsaft im Glas vor mir, das Shirt klebt am Körper, der Schweiss lässt die Arme schimmern und beim Schreiben über die Glasplatte fitschen. Im Hintergrund läuft leise Alex Clares Too Close, und ich komme gerade wieder einmal, zum ersten Mal seit Wochen, vom Laufen. Das Leben ist wunderbar – was man von der feinen Gesundheit im August nicht behaupten konnte. Wer jetzt weiterliest, bekommt neben der Leidensgeschichte auch ein sportliches, regionales Line-up der nächsten Wochen…

Grund für long time no hear: Eine Lungenentzündung, die aus Infekt und Grippe erwuchs. Weltweit die häufigste Infektionskrankheit, zu 90% bakteriellen Ursprungs. Der Kelch des Krankenhauses (in rund 30% der Fälle) ging an mir vorbei, ambulant war das mit Antibiotika ganz gut in den Griff zu kriegen. Immerhin 20.000 Menschen sterben jährlich an Deutschland an Pneumonie, weltweit wird die Lungenentzündung als fünfthäufigste tödliche Infektionskrankheit geführt. Ob nun Pneumokokken , Haemophilus influenza, Legionellen oder Viren ausschlaggebend waren – ich weiß es nicht. Blutuntersuchung mangels Drastik Fehlanzeige, diagnostiziert wurde via digitalem Röntgen-Scan, auf dem sich die entzündeten Lungenlappen durch milchige Flächen verrät. On top schenkte mir die Radiologin noch Wassereinlagerungen in der der körpereigenen Immunsystem-Fabrik namens Milz mit ein. Kurzum: Sechs Tage hohes Fieber, im Anschluss zur Abwechslung einige Tage die Lunge aus dem Leib husten, veredelt von fiesen HNO-Beschwerden. Seltenst so krank gewesen, krank gefühlt. Mit beruflich gut zwei Wochen Ausfallzeit brutto kann ich mich allerdings glücklich schätzen. Der abschließende Scan, ob alles wieder in Ordnung ist, steht jedoch noch aus. Trotzdem hielt es mich heute nicht mehr im Büro, im Biergarten, in der Bibliothek oder auf dem Bike – es mussten jetzt einfach wieder ein paar vorsichtige Kilometer um die Blöcke sein. Vielleicht verfrüht, trotzdem wundervoll.

Es wird auch Zeit, schliesslich stehen wieder einige Events auf der Agenda, die ich euch im Vorgriff zu den kommenden Berichten ausdrücklich an das Herz-Kreislauf-System legen möchte:

Wochenende am 25. und 26. August: Holland Teil 3
Thema Wassersport, ich wollte ja zurück nach Kamperland (Bericht 1, 2 und Videöchen). Manche Wünsche werden wahr – jetzt geht es bald zurück und gleichzeitig vorwärts: Katamaran, Stand-up-Paddelin, Blokarten und Powerkiten steht in Zeeland auf dem Stundenplan.  Letztes Wochenende habe ich bereits ordentlich maritime Aerosole privat in Südholland getankt, die Seeluft tut hoffentlich auch der Lunge gut. Bericht folgt wie gewohnt auf www.holland.com und hier – im Herbst folgt außerdem noch eine ganze Woche samt Segelei.

Sonntag, 02. September: 6. Miss-Zöpfchen-Lauf
Schnuckelige Laufsportveranstaltung in Solingen. Im Angebot sind 5 und 10 Kilometer (jeweils für Läufer, Walker und Nordic-Walker), außerdem 5 km Firmenlauf und ein Halbmarathon. Der Wettbewerb findet zum 6. Mal zugunsten der Beleuchtung der Solinger Korkenziehertrasse statt. Die Strecke ist asphaltiert, flach und führt entlang der Trasse – allerdings gibt es bei 5 und 10 Kilometern keine individuelle Zeiterfassung. Das tut dem Spaß und der Stimmung im schönen Solinger Südpark keinen Abbruch, und die Moderation durch Solingens Sportbundpräsidenten Hartmut Lemmer ist legendär. Hier findet ihr Bilder und Bericht aus dem Vorjahr, Stichwort „Kleine Trassenlampe brenn„.



Sonntag, 09. September: 4. Wuppertaler Fahrradtag

Freie Fahrt für Groß und Klein: Sieben geführte Touren in und um Wuppertal mit Längen zwischen 11 (Familien-Tour) und 45 Kilometern (Sportler-Tour) warten auf erwartete 500 Radfahrer. Die Teilnahme ist kostenfrei, dank ADFC, Polizei und Johanniter ist für freie Fahrt und Sicherheit gesorgt. Startpunkt sind die City-Arkaden im Herzen Wuppertals, Ziel samt Picknick stets das Freibad Mirke. Weitere Infos und Anmeldungunter www.die-bergische-kk.de/bike, Infos zu den Touren (Gesamtstreckenlänge: 220 Kilometer) beim ADFC, inklusive detailiertem OSM-Kartenmaterial, das auch als .gpx oder .kml (etwa für Google Earth oder das Smartphone-Navi, für Touren auf eigene Faust und Füße) verfügbar ist. Apropos Strecke: Trotz vieler Touren über die Sambatrasse kommen sich die Biker nicht ins Gehege mit den Teilnehmern des Triathlons, der am gleichen Tag auf den Wuppertaler Südhöhen steigt:

Sonntag, 09. September: 5. Sparda-Crosstriathlon
Mein heimischer Lieblingscrosstriathlon feiert Jubiläum! Zur Feier des Jahres wage ich mich diesmal an die Distanzen im „Bergischen Hammer“, während die Vorjahre vom kleineren „Bergischen Hämmerchen“ bestimmt waren. Sprich 750 Meter Schwimmen (statt 500), 28,8 Kilometer mit dem MTB durchs Burgholz (statt 14,4) und 10 Kilometer Laufen (statt 5). Das ist alles noch unterhalb der olympischen Triathlondistanz, dafür mit jeder Menge Höhenmeter. Im letzten Jahr war es regenbedingt jedenfalls richtig schön schmutzig, Fotos und Bericht hier.



Mittwoch, 19. September: 1. Wuppertaler Zoo-Berglauf

Die Jungs von Laufssport bunert adaptierten das beispielsweise in Duisburg sehr erfolgreiche Prinzip des Zoolaufs jetzt auch in Wuppertal. Aufgrund der hanglagenbedingten Höhenunterschiede trägt der Titel gleich den Berglauf in sich – denn mit 90 Höhenmeter pro 2,1 Kilometer langer Runde hat es der Lauf gleichwohl in sich. In diesem Jahr packen rund 200 Läuferinnen und Läufern den Tiger, Eisbären oder Nilpferd in den Tank – bei der Premiere zunächst ohne Zeitnahme. Und bevor Aninmal Peace anruft: Zum Schreck neigende Tiere werden von den sorgsamen Pflegern vorher in den Stall geführt. Alle weiteren Infos unter zoolaufwuppertal. wordpress.com. Anmeldungen für die wenigen (kostenfreien) Restplätze ausschliesslich per E-Mail an wuppertal@bunert.de. Einen Erfahrungsbericht über den Zoolauf in Duisburg gibt´s hier.


Brooks: Run happy – write more
Schon den ganzen Sommer erfreue ich mich an einer großen Menge von Laufequipment der Spezialisten von Brooks, das ich euch bisher noch viel zu wenig vorgestellt habe. Es sind wirklich schöne Sachen dabei, die mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen sind, zum Beispiel der Brooks Glycerine 9 Laufschuh (den ich den ganzen Sommer über im Vergleich mit dem freundlicherweise von Mizuno bereitgestellten Wave Rider 15 gelaufen bin. Das Ergebnis des Vergleichs war zunächst kniffelig, aufgrund des langen Vergleichszeitraums am Ende aber klar – bald mehr im Blog.) Und egal wo ich in den lezten Monaten lief und noch laufe, trage ich dieses Brooks Equilibrium Tight Short, schwarz und so… stable. Kein Vergleich zu den glitzernden Polyesthermonstern oder den marineblauen Nike Fit Shorts (die zwar schöne Schnapper waren, aufgrund der Kombi aus Farbe und enger Passform aber nur etwas für ausgesprochen selbstbewusste Läufer ist (alternativ tut es ein sehr langes Laufshirt, doch das ist ja nicht so ganz Sinn der Sache))

F1-bedingt (Hockenheim) verpasste ich Mitte Juli leider den zentralen Brooks City Run mitten durch Münster, war jedoch trotzdem mit Brooks beim Citylauf. Klingt paradox, ist aber hier bewiesen – Schuhe: Brooks, Hose: Brooks, Kappe: Brooks, allerdings Bergisches Land statt Münsterland. Zur Kappe sage ich auch noch etwas, da sie überraschend viel Beachtung und Lob erntete. Unter dem Motto: Ab durch die Mitte, durch die City, durch die Stadt, zack zack. Oder Berg und Busch, husch husch.

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