Orientierungsfahrt Burgholz II

Heute morgen stand zum Frühstück wieder eine Orientierungsfahrt zusammen mit dem Triathlonclub Wuppertal durch den Staatsforst Burgholz auf dem Speiseplan. Heuer startet der Sparda-Crosstriathlon zum vierten Mal – und die Chance auf einen kleinen Ausritt mit den Profis liess ich mir auch diesmal nicht entgehen. Zumal das neue Material getestet werden musste, besser: Der Vergleich zwischen besserem Baumarkt-Bike und vollkommenem Steppenwolf Tundra FS Fully.

In der Kürze liegt die Würze, deshalb erstmal hier einführend der Link auf den Bericht zur Orientierungsfahr 2010.  Fotos der eigentlichen Veranstaltung, des Crosstriathlons, findet ihr hier. Heute meine persönlichen Updates zur Orientierungsfahrt 2011 über rund 18 Kilometer, Laufstrecke inklusive:

Das Feld
Der Sparda-Crossthriathlon gewinnt wohl auch außerhalb der waschbrettbauchechten Triathlonszene an Aufmerksamkeit. Denn als der Blick in die Runde der rund 50 Fahrerinnen und Fahrer vor Ort geht, erblickt man auch vereinzelt „normale Räder“ und „normale Kleidung“. Sprich Ausrüstung, die man angesichts der Strecke nicht unbedingt erwarten würde (vermutlich erwarten widerrum diese Starter auch nicht diese Strecke, ich spreche da aus Erfahrung). Es überwiegt weiterhin Ausrüstung, Kleidung und Körperbau des oberen Amateursport-Segments, Klickies inklusive: Die Klick-Pedale samt Schuh verspricht eine kontinuierlichere Kraftausnutzung – nicht nur durch Druck auf die Pedale, sondern auch Zug. Solche Leistungssportanleihen hebe ich mir für 2012 auf, und dilletiere einfach noch ein bisschen herum – auch wenn die Dinger wirklich einen schlanken Fuß machen.

Das Wetter
Wuppertal, Sonntag morgen, 10:00 Uhr, leichter Regen, Gewitter angekündigt. Zum Glück bleibt´s beim Tröpfeln und der für diesen Sommer so typisch mit Feuchtigkeit gesättigten, recht warmen Luft. Die Nässe am Boden diktiert einen gemäßigteren Fahrstil, die Schussfahrten auf Sambatrasse und Singletrails fielen diesmal gefühlt eine Nummer vorsichtiger als bei Trockenheit aus. Anspruchsvoll und spaßig blieb´s trotzdem, Unterbodenwäschen inklusive: Pfützen und Matschpfuhle boten ausreichend Gelegenheit, auch die eigene Optik dem Tun anzugleichen.

Kraftausdauer und Equipment
Die Übersetzung des Steppenwölfchens passt wesentlich besser zum Auf und Ab im Burgholz, als die des straight straßenoptimierten Crossbikes vergangenes Jahr. Die (volle) Federung kostet ein wenig Kraft, lohnt sich aber gleich doppelt und dreifach beim Downhill. Das subjektive Sicherheitsgefühl ist nicht zuletzt auch durch die großzügige Stollenbereifung besser. Es gab nur zwei, drei Stellen auf dem Kurs, bei dem überhaupt Schieben nötig wurde – und meistens, weil es beim Steppenwolf noch Probleme mit dem Schaltwerk gibt – die Kette läuft in den mittigen Gängen unrund, in den unteren springt sie raus. Die Jungs aus der Werkstatt vom ZEG-Händler am Robert-Daum-Platz in Wtal haben das leider nicht hinbekommen, trotz gepfefferter Rechnung, jetzt greift Rookie Peters Geheimtipp, Sohn eines ehemaligen Tour de france-Fahrers mit eigener MTB-Werkstatt. Das wäre doch gelacht!

Die Gefahr
Da ich die Strecke diesmal bereits kannte, und weder meine Waden in Flammen standen noch meine Zunge über dem Waldboden baumelte, konnte ich mich diesmal ganz auf die Ausführungen unseres Tour-Guides Dieter „Didi“ Fickert konzentrieren. An gefahrvollen Stellen des Tracks gab es jeweils nicht nur eine kleine Pause, sondern auch Ausführungen und Ausblicke zum & ins wilde Burgholz.

Vergangenes Jahr etwa stürzte ein Rookie auf eigentlich sehr harmloser Geradeaus-Strecke, asphaltiert noch dazu. Da lässt die Konzentration schon mal nach, der Griff geht zur Trinkflasche, plötzlich ein wurzelbedingter Hubbel auf dem Sträßchen- und pardautz. Schlüsselbeinbruch. Zum Glück kam der RTW Dank Straße schnell hin. In diesem Jahr bekommen die Hubbel ihre gerechte Markierung, sie werden farbig angesprüht. Schauen und Lenken muss aber jeder Fahrer noch immer selber!

Legendär auch die „Lars Lenssen“-Kurve. Der sportliche Journalist der hiesigen Westdeutschen Zeitung ist Namenspate bei den Triathleten für diese eigentlich eher unspekakulär wirkendenden, schotterbefüllten 70°-Kehre im 8°-Gefälle.  Speed, Kurve, Schotter – naja, ihr wisst schon…

Eindrucksvoll auch der Ausblick im westlichen Burgholz, an den Hängen hin zur Kohlfurt – zur Schnellstraße, die das Sonnborner Kreuz mit Solingen verbindet. Wer hier bei der abschüssigen Fahrt nicht der Kurve folgt, sondern die Wipfel anvisiert, lebt gefährlich: Entweder steigt man blitzschnell um auf Fallschirm oder Paraglider – oder krallt sich beherzt in eine Baumkrone. Der Fall über dutzend(e) Meter am Steilhang ist schon wegen der Baumstümpfe am Boden nicht empfehlenswert, die Landung wäre vermutlich lethal. Solche Stellen werden selbstverständlich besonders gesichert, und mit Flatterband abgesperrt. Einen Heidenrespekt verschafft der Anblick dieses, sagen wir mal, Abyss, allemal.

Leichter machen es sich da jedes Jahr eine erwähnenswerte Menge von Spaziergängern, Hundeführern und Anwohnern. Da der Mensch das mit der friedlichen Koexistenz verschiedener Interessen(sgruppen) immer noch nicht richtig raus hat, ist natürlich auch der unmittelbar physische Kontakt zwischen Nichtsportlern und Sportlern konfliktträchtig. Leider ist auch ein großer Sportwettbewerb für viele Menschen nicht Grund genug, die eigene Routine einmal zu durchbrechen, und fürs Gassigehen eine andere Route zu wählen. Oder wollen Sie einfach mittendrin sein? Renitente Anwohner, die auf „ihrer“ Straße wider besseren Wissens mit dem Auto durch das entgegenkommende Fahrerfeld pflügen, sind zum Glück Ausnahmen. Vorsicht sollte trotzdem auf jedem Meter mitfahren! Heute erlebte ich selbst eine Hundehalterin, die provokant mittig des Weges stehenblieb, während der – immerhin angeleinte – Hund unterhölzig und geschäftlich unterwegs war. Spaziergängergruppen, die der Einfachheit halber dösig einfach beide Wegseiten parallel benutzen, so dass in der Mitte nur eine enge Gasse bleibt. Es ist nicht einfach, aber artig sagten wir alle „Dankeschön“.

Motocross-Motorrad-Sanis gibt es auch dieses mal wieder, überhaupt sind über 100 Helfer im Einsatz, über 20 auf der Strecke. Angesichts der überschaubaren Starterzahl von unter 400 sind das eindrucksvolle Zahlen, die auch zeigen, wie aufwändig so ein Sportevent ist.

Die Laufstrecke

Das Wetter klarte auf, die Sonne zeigte sich, die Kondition war noch gut – also fuhren Didi und die anderen Guides des Tri-Clubs mit der Meute noch die Laufstrecke ab. Der Weg führt auf der Sambatrasse Richtung Cronenberg, um sich dann circa nach 800 Metern rechts ins Gehölz zu schlagen. Im Bogen werden die letzten Höhenmeter abgegeben, zurückgewonnen, und der Wendepunkt passiert. Lang ist die Strecke nicht, dafür stehen zwei Runden (Hämmerchen) bzw. 4 Runden (Hammer) an. Eine Verpflegungsstation mit Wasser und isotonischen Getränken gibt´s kurz vor bzw. nach dem Anstieg hoch zur MVA.

Die (Vor)Freude
Im Vordergrund steht der Spaß für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 4. Sparda-Cross-Triathlons. Didi wurde heute nicht müde, uns das in Erinnerung zu rufen, als die Fragen der Teilnehmer eine arge Aufregung und Focussierung erkennen liessen. Ich finde das selber ganz großartig, denn bei allem athletischen Chi-Chi, darf man nie vergessen, dass es für uns nicht um Preisgelder oder Pokale geht (auch wenn tatsächlich dieses Jahr ein niederländischer Olympionike startet), sondern Spaß pur. Und genau den bietet ein kleiner Triathlon wie der Sparda, jede Einheit Ausgleichssport, jede Einheit Regeneration. In weniger als zwei Monaten ist es so weit – und ich freue mich riesig drauf!

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