Ghost(s) Protocol

Diese Mission ist nicht unmöglich: Fünf Punkte eines protokollarischen Vergleichs zwischen Mission Impossible 4: Ghost Protokoll und dem Brooks: Ghost 4 Neutrallaufschuh. Kino-Action oder kinetische Energie, das ist hier die Frage…

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1. Worum geht´s?

Ghost Protocol: Bei Anbruch Ausbruch: Der Film beginnt mit der Flucht von Geheimagent Ethan Hunt (gespielt von Tom Cruise) aaus einem russischen Gefängnis. Unterstützt wird er dabei von früheren wie neuen Mitgliedern seines Teams, Benji (alt, Simon Pegg), Jane (neu, Paula Patton) und Brandt (neu und prima Co-Star Jeremy Renner). Hunt/Cruise erhält eine geheime Mission, die adequat die Action im Film verantwortet und natürlich den nuklearen Weltuntergang verhindert. Regie führt Brad Bird, bisher eher Animationsfilmspezialist (Die Unglaublichen, Ratatouille).

Ghost 4: Neutralschuh und Nachfolger des preisgekrönten Ghost 3, einem der meistverkauftesten Schuhe der Welt. Zahlreiche technische Innovationen begründen seine Beliebtheit, darunter die Entkoppelung der Ferse (besserer Bodenkontakt), Hydro Flow und DNA (adaptives Dämpfungssystem mit Flexkerbenkonstruktion), BiMoGo (die erste biologisch abbaubare Zwischensohle) und Leichtigkeit (320 Gramm – damit ist er kein Racer wie etwa der Brooks T7,  aber in der Klasse gut gedämpfter Neutralschuhe ein Leichtgewicht).

2. Werde ich es mögen?

Ghost Protocol: Der actiongeladene Agententhriller performt auf der großen Leinwand in bester Mission Impossible Tradition. Fiebrige Action nonstop und eine Story, die die Actionsequenzen so gerade mal logisch zusammenhält. Tom Cruise ist in die Rolle des Ethan Hunts hineingewachsen, ähnlich wie Matt Damon in der Bourne-Serie. Fans werden sich in der stilistische Kultiviertheit und den Wechseln zwischen Schauplätzen auf der ganzen Welt  schnell wohlfühlen. Die Actionszenen verzichten weitestgehend auf CGI und sind teilweise atemberaubend gut, der Trailer verspricht nicht zu viel, im Gegenteil. Die Schauspieler liefern eine solide Leistung und lassen dem Zuschauer genügend Zeit, den Aufbau der Charaktere, die Dynamik der Gruppe und der Geschichte zu folgen. Jedem Fan von gut gemachter Action sei der Film deshalb wärmstens empfohlen, M:I-Freunden ohnehin. Gefühlt nach Teil 1 der beste Teil der Serie. Schön anzusehen: Die zahlreichen Szenen, in denen gelaufen wird.

Ghost 4: Als Neutralschuh mit Dämpfung ist der Schuh der Laufspezialisten aus Seattle (bzw. Münster) für ein breites Publikum geeignet. Neutral meint, dass er eher für den Normalfuß gemacht ist, weniger für Senkfuß (Überpronation = übermäßige Tendenz des Fußes, nach innen zu knicken) oder Hohlfuss (Supination oder Unterpronation = Abrollbewegung des Fußes erreicht die Innenseite nicht (ausreichend)). Die überragende Beliebtheit kommt nicht von ungefähr: Der Fuß ist von den Zehen bis zur Ferse gut durchdacht, geeignet für Asphalt wie Feldweg. Komfort auch innen: Der Vorfußbereich wurde optimiert, so dass die Zehen mehr Platz haben. Dito Schnürung und Zunge, beides durchdacht, angenehm weich und mit prima Sitz – das Brooks-eigene „Tounge Tied“ System  verhindert das Verrutschen der Zunge während des Laufs. Empfehlenswert sind die Schuhe daher gleichermaßen für Einsteiger, Erfahrene und Fortgeschrittene. Gefühlt aktuell meine zweitbesten Laufschuhe, nach den PureGrit Trailschuhen (wetterbedingt auf Platz 1 – wegen Schnee, Eis und Dunkelheit, im Frühjahr und Sommer wird sich das wieder verändern). Anders als im Kino darf man mit dem Brooks Ghost 4 selber laufen, befreit aus der passiven Rolle.

3. Werde ich es erneut sehen wollen?

Ghost Protocol: Definitiv. Cruise gibt der Rolle Herz und Seele, und ein Charakter wie Ethan Hunt passt ihm wie ein maßgeschneiderter italienischer Anzug. Mittlerweile bringt er auch eine erwachsene Ernsthaftigkeit und gewisse Gesetzheit in die Rolle ein, die dem Schauspiel gut tut. Cruises 50 Jahre sieht man ihm nicht an, im Gegenteil, es gibt Szenen, die die körperliche Fitness ausgesprochen zur Schau stellen. Wer nachträglich noch liest, dass er alle Stunts auch noch selbst bewerkstelligt hat, inklusive des kompletten Freeclimbing-Parts am Burj Khalifa, erblasst.

Ghost 4: Hundertprozentig. Der Schuh ist von seiner Machart ein absoluter Universalist. So nehme ich ihn gern zur Hand und Fuß bei langen Ausdauerläufen über 10, 15, 20 oder mehr Kilometer (dann im Marathontraining), er ist aber ebenso gut geeignet für das Tempotraining zwischendurch oder entspannende Regenerationsläufe. Dabei spielt es keine Rolle, ob´s die Hausrunde in der Stadt sein soll, oder mal wieder der Wald durchgepflügt wird – der Ghost 4 macht mit. Die Kategorie Wettkampf würde ich ebenfalls nicht verneinen (was bei dem Modell angesichts einiger Gramm extra im Vergleich zu puren Racern in anderen Tests teils zu lesen ist), da die erzielbaren Differenzen über Gewichtsersparnis (persönlich) zu gering ausfielen. Dann doch lieber mehr Komfort am Fuß.

4. Die beste Stelle für eine kurze Pause?

Ghost Protocol: Die Action des Films macht optisch und zeitlich keine Gefangenen. Genaugenommen gibt es keinen wirklich guten Zeitpunkt für WC oder Nachos, aber wenn, dann das Debriefing des Teams im Zug, in dem über den weiteren Verlauf der Mission beratschlagt wird. Eure einzige Chance. Beeilt euch.

Ghost 4: Keine. Der Schuh hält einen eigentlich immer auf Trab. Kaum ist man reingeschlüpft, ist man auch schon unterwegs. Die beste Chance besteht bei der Schnürung, noch vor dem Zubinden. Oder wenn ihr zurück seit, unmittelbar vor dem Dehnen.

5. Was wird mir in Erinnerung bleiben?

Ghost Protocol: Der Film bietet eine Reihe guter Actionszenen, von denen die Kletterei am Burj Khalifa, seit 2008 mit 828 Metern dem höchsten Bauwerk der Welt, in langer Erinnerung bleiben wird. Einige weitere Szenen sind entsprechend der eigenen Affinität zum Genre oder Setting erinnerungswürdig, in jedem Fall kommen aber BMW-Fans auf ihre Kosten. Kaum bis keine anderen Autos (situativ absurd). Die Musik ist während des Films eingängig, hallt in der Erinnerung aber nicht nach. Trotzdem werde ich mir mal den Soundtrack besorgen, und nachhorchen, ob da vielleicht mehr ist. Gilt gleichermaßen für Eminems schon aus dem Trailer bekannte won´t back down wie den OST von Vitaliy Zavadskyy (immerhin Inception, Avatar und 2012).

Ghost 4: Erinnerung ist kein Begriff – er steht an der Spitze meiner Schuhpyramide. Was ich bei Brooks sehr schätze: Die technische Beschreibung des Equipments wirkt mit ihren technisch klingenden Attributen aufs erste Lesen etwas ausgedacht. In der Praxis zeigt sich aber schnell, dass genau das die wesentlihe Merkmale sind, die es besonders machen. Ob Dämpfung (DNA™), Schnürung und Zunge (Tongue Tied), Ökologie (BioMoGo) oder Sohle (Caterpillar Crashpad) – der Ghost tritt selbstbewusst in Erscheinung, völlig zu Recht. Als Läuferin oder Läufer darf man sich ruhig darauf einlassen, das Vertrauen wird von Brooks nachhaltig durch hervorragendes Material belohnt. Die Jungs und Mädels wissen wirklich, wovon sie reden, woran sie arbeiten, wofür sie brennen: Equipment und Schuhe von Läufern für Läufer.

Fazit: Kino oder Kinesis?

Ghost Protocol kostet rund 10 Euro und bietet zwei Stunden gute, aber doch flüchtige und passive Unterhaltung. Die Investition in einen Ghost 4 liegt bei rund 100 Euro und belohnt euch mit monatelang beste Begleitung und Action auf Asphalt und im Wald. Im Direktvergleich entscheides Brooks damit klar das Rennen vor Brad Bird. Kino bleibt aber auch weiterhin eine Option für die Regenerationsphasen, gerne auch mit diesem Actionfeuerwerk der Extraklasse (und zahlreichen Szenen, in denen gelaufen wird!).

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