2 in 1 Short: 20.11 km | 20.11.2011

Waldlauf wie bekannt und at it´s best. Faszinierend heute die Korrelation zwischen Datum und Distanz. Grund genug, das neue 2 in 1 Short von Brooks auf Herz und Hüfte zu testen…

Ursprünglich sollte es ja das Bike, ein Schwimmbad und diese paradiesische Strecke sein, verbunden mit einem Praxistest der neuen TriSuite (soviel darf ich vorweg sagen: Bombe!). Doch den Reifen des Fietje fehlte etwas Luft, mir fehlte eine passende Luftpumpe, der Tankstelle fehlte ein ventilkompatibler Anschluss. Es fehlte also ganz schön viel. Dabei hatte ich schon so schön die Stirnlampe eingepackt, voller Freude über eine Tour de force bis in die Dunkelheit hinein.

Route: Wald und Waldi
Alternativ ging es auf die 20,11 Kilometer lange 20.11.2011-Gedächtnistour auf der Hausrunde. Eine gute Gelegenheit, nicht nur das Brooks „Equilibrium 2in1 Short“ zu tragen und zu testen. 2 in 1. Selten dürfte es zahlenmäßig so gepasst haben, zumal Equilibrium quasi für eine minimierte Entropie steht, für Balance und Gleichgewicht.

Vorweg ein paar Worte zur Strecke: Ihr kennt sie ja aus diversen Erwähnungen der Vergangenheit, daher heute keine weitere Berichterstattung aus diesem Winkel. Erwähnenswert wäre höchstens wieder die hohe Waldi-Dichte im Wald, wie passend, doch selbst dieses Phänomen (und insbesondere die richtige Verhaltensweise gegenüber Hunden) ist schon hinlänglich beleuchtet. Bemerkenswert diesmal bei dem schönen Spätherbst-Wetter auch die schiere Spaziergängerdichte, deren Frequenz und gefühlte Bummelei jedesmal aufs neue Ansporn für ein trailruntechnisches Extrabrikett im Getriebe ist. Soll ruhig (oder eben nicht) jeder sehen, wie ich mir das gute Gewissen für Sonntagsnachmittagskaffeeundkuchen verdiene, im (imaginären) Schweisse meines Angesichts. Bummelt ihr nur ruhig händchenhaltend herum, in euren dicken Winterjacken, ich flieg vorbei, fräse durch´s tiefe Laub, mit Joachim Garraud in den Ohren. What a feeling.

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Fashion: Freak out!

Jetzt zur Fashion: Das Brooks Equilibrium 2in1 Short ist ein Short, kein Tight. Also eines dieser Schlabberdinger, die ich sonst nicht trage. Tights bevorzugte ich bislang immer, weil sie nun mal tight sind, ergo nichts flattert oder raschelt. Möge man aus männlicher Sicht vielleicht noch hinzufügen, dass auch alles, nun ja, sitzt. Nicht verrutscht. Ihr wisst schon.

Und jetzt das Short. Es ist in Größe M. Medium ist eigentlich meine körpermittige Idealgröße, zumindest bei normalem Schnitt (bei Brooks differiert das über das Sortiment bei mir ein bisschen, mal passt M sehr gut, mal wäre S besser – doch das Problem habe ich häufig, nur kann ich jetzt auch mal innerhalb einer Kollektion vergleichen. Für euch zum Vergleich: 1,75 m, 68 kg). Von außen nicht sichtbar, ist von innen ein Kurztight eingearbeitet. Beim oben besagten, naja, angedeuteten Tragekomfort gibt es also nichts zu motzen. Nicht das Geringste. Alle super. Im brookseigenen Onlineshop ist es noch nicht zu finden – trage ich da etwa einen Prototyp? Gut möglich, Messenger werden damit schon mal auf den Weg geschickt.

Rock it, baby!
Angezogen sieht es an mir aus, als träge ich einen Rock. Zumindest, wenn ich die Beine artig zusammennehme. Je maskuliner ich mich breitbeinig stelle, desto deutlicher ist erkennbar, dass der Eindruck täuscht. Vermutlich ist im Lauf selbst jede Parallele zum Rock verschwunden, vom wogenden Stoff einmal abgesehen.

Es scheint mir einfach etwas sehr weit und großzügig geschnitten. Wohlgemerkt, das innere Tight passt wie angegossen. Brooks selbst spricht davon, dass dieser Allrounter ein etwas längeres Short ist, und dass das atmungsaktive Strechpolyester das Bein ein bisschen mehr verdeckt. Das trifft zu, es reicht tatsächlich bis fast kurz unterhalb meiner Knie. Mit den Tights ist zumeist Schluss auf halber Oberschenkellänge – gestört hat mich dies indes noch nicht, die heutigen 12° Außentemperatur sind mit beiden Schnitten gut kompatibel.

Funktional dem Tight überlegen
Die Optik ist das eine, die Funktion das andere: In Sachen Laufkomfort ist das Equilibrium Short einwandfrei. Durch das interne Kurztight ist der Komfort wie gewohnt, der Stoff drumherum flattert ein wenig mehr wie sonst, stört aber selbst auf der heutigen Halbmarathondistanz in keiner Sekunde. Meine Vorbehalte gegenüber Shorts sind bei diesem Produkt schlicht komplett unbegründet.

Ein Vorteil gegenüber des Tights sind zwei Eingrifftaschen, je für die reche und linke Hand. Was genau man mit den Händen innerhalb der Taschen bewerkstellt, überlasse ich eurer Phantasie. Eventuell nutzt man sie einfach zum Transport von Dingen (wofür ich aber bei einer längeren Tour aus Sicherheitsgründen lieber meinen Laufrucksack nutze, oder auf kurzer Distanz generell verzichte). Praktisch: Eine reissverschlusgesichterte Schlüsseltasche auf der rechten Seite ergänzt das transportable Bouquet des Shorts.

Look und Oberfläche des des Essential gefällt mir daneben ausgesprochen gut, das Tight ist hellgrau, die äußere Hülle in Mattschwarz. Das Gewicht fällt mir 120 Grammm (!) recht gering aus – meine bisherigen kurzen Tights von Nike und Kalenjii liegen bei 164 bzw. 98 Gramm – letzteres ist jedoch eine wenig ansehnliche, speckige , polyamide Elastanhülle, die es mit der spandexelastischen Eleganz des Brooks Shorts nicht aufnehmen kann.

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Fazit

Womit wir beim Kern der Sache sind: Schaffen es diese Shorts in meinen Sportbekleidungsschrank?

Ja. Dauerhaft. Auch wenn ich Tights weiter bevorzuge, hat sich dieses Utensil den Dauereinsatz redlich verdient. Heute war ich damit nicht das erste Mal unterwegs, sondern habe es schon bei einem 5- und 10-Kilometer-Lauf ausprobiert, und mir so meine Gedanken gemacht. Es macht einfach seine Sache gut, behindert mich nicht beim Lauf, ist luftig und kaum wahrnehmbar. Subjektiv ist da einfach „etwas mehr Stoff“. Quasi eine taktile Abwechslung beim Laufen.

Der Look ist je nach gewähltem Top gar etwas verwegen, mindestens betont er aber eine gewisse Metrosexualität. Oder Maskulinität, wenn man vor dem Spiegel die Assoziation „Schottenrock“ zulässt. Kein Wunder also, wenn man sich auf den ersten Metern wie der Highlander persönlich vorkommt. Ein Hingucker ist es allemal, da es mit der gewohnten Optik üblicher Shorts bricht – das Short ist etwas länger als gewohnt, durch das Tight und die Taschen absolut alltagstauglich, der Tagekomfort top. Brooks selbst beschreibt die Passform einfach mit „relaxed“. Das passt.

P.S.: Foto mit ANGEZOGENEM Short folgt. Lasst euch das nicht entgehen, und schaut im Laufe der Woche hier (oder den offiziellen Testreports) wieder rein.

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