Berlin calling…

Noch 4 Tage, dann startet der 38. BMW-Berlin Marathon. Gemeinsam mit Boston, Chicago, New York und London zählt Berlin zu den „Big Five“ – den bedeutendsten City-Marathons der Welt.

Das Wochenende gehört dieses Mal ausschliesslich dem Marathon. Endlich keine Terminkollisionen, sondern ausgiebig Zeit für Vorfreude, Vorbereitung, Messe, Programm und Party. Nicht zu vergessen der Lauf selbst, den Eurosport und n-tv live am Sonntag ab 08:30 Uhr übertragen. Am Mikrofon: Rene Hiepen, Jan Fitschen co-moderiert.

Vorsprung durch Technik
Der Veranstalter hat sichtlich Freude an technischen Details – das finde ich sehr sympathisch. Deren Segway-Steadycam ist gute Idee (beim Firmenlauf haben wir zwar auch ein paar Segways auf und um den Laurentiusplatz, aber unsteady). Und eine App gibt´s in Berlin auch – so lassen sich bis zu 5 Läufer live von den Daheimgebliebenen verfolgen.

Dererlei technischen Pioniergeist sollte man eigentlich supporten. Doch ich überlege – zu sehr ist mir RunKeeper (ich sollte den Artikel updaten, seit August 2009 ist softwareseits viel passiert, seht selbst) iim Sommer ans Herz und ins Ohr gewachsen, das Tracking und die Sprachausgabe zur Leistung neutraler bis wohlgefälliger Begleiter und persönliches Performance-Navi geworden. Und eigentlich stellt sich die Frage auch gar nicht: Die Daheimgebliebenen schlafen viel lieber lang aus am Sonntag, statt im Browser irgendwelche kriechenden Punkte zu verfolgen. Irgendwie kann ich sie ja verstehen. Ganz oder gar nicht.

Probleme durch Technik
Genau wie Musik. In Köln habe ich beim Marathon die erstaunliche Erfahrung gemacht, nach über drei Stunden die Musik nicht mehr zu ertragen. Ich hatte sie satt, sie trieb ab Kilometer 30 nicht mehr an, sondern übertönte nur noch die völlige Erschöpfung, eine unpassender Dissenz aus Lärm und leiser Verzweiflung über mein Lahmen.

Der Veranstalter in Berlin schreibt: „Kopfhörer beim Marathon: Um bei Gefahr Zurufe von Mitläufern oder Helfern besser verstehen zu können, bitten wir Sie, ohne Musik zu laufen bzw. diese nicht zu laut einzustellen. Verpassen Sie nicht die einzigartige Anfeuerung der Zuschauer und Live Bands„. Und jetzt kommts, kleiner und kursiv darunter: „Wir weisen darauf hin, daß der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF ein Tragen von Kopfhörern bei Laufwettbewerben untersagt und daher mit Disqualifikation zu rechnen ist“.

Werde zum Thema die nächsten Tage noch etwas recherchieren. Einerseits dürfte das gefühlt nur für Spitzenläufer wirklich relevant sein, weil sie besonders im Focus stehen. Andererseits bietet der Lauf in Berlin auch erklärterweise Videoüberwachung, und wer weiß, ob Veranstalter oder Verbandsmenschen nicht Exempel statuieren? Kaufen wollte ich ohnehin noch neue Kopfhörer, jetzt wird es auf jeden Fall ein möglichst unauffälliges Modell mit Nackenbügel und in Camouflage. Oder doch lieber in-ear? Bügel aller Art bommeln wie verrückt, benutzt man sie nicht. Ach, ich schwing mich einfach aufs Bike, und fahre morgen mal die hiesigen Decathlon-Filialen ab. Vielleicht haben die noch einen Tip, mindestens aber ein paar Power-Gels für Kilometer 10, 20 und 30. Sicher wird es am Ende genau so sein: Kopfhörer bleiben offiziell verboten, basta. Da nützt alle Recherche nix.

Schund und gesund
Und um hier abschließend mal ein bisschen Dramatik in den Teaser zu bringen: Die Teilnahme stand für mich bis gestern noch auf Messers Schneide. Seit zwei Wochen laboriere ich an einem Infekt herum, der zum Crosstriathlon vergangene Woche kurz besser wurde, doch dann mit Wucht und Wettbewerb wiederkam: Zwar ohne Fieber, doch mit allen anderen erdenklichen Zipperlein. Körperlich starke Belastung wie im Wettkampf stärkt das Immnsystem nicht, im Gegenteil: Ausgeschüttetes Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol sind kontraproduktiv, selbst für gesunde Läufer (Stichwort open window). Angeführt wurde die Rotte der Symptome diese Woche jedenfalls weiterhin von Husten und Mattigkeit. Kopf- und Gliederschmerzen noch deutlich Montag und Dienstag. Jetzt endlich spürbare Besserung, so gut wie alle Symptome weg – Dank literweise Erkältungstee, viel Ruhe und den üblichen Bagatellarzneimitteln. Vier weitere Tage sollten (und müssen) reichen.

Hier kommt die Sonne
Als Belohnung für einen entbehrungsreichen und sonnenarmen Sommer ist für Sonntag Sonne satt angesagt. Prognostizierte 22° sind für einen Marathon etwas zu warm (12-15° wären ideal), aber ich will angesichts dieser schönen Aussichten mal nicht motzen. Kann man halt wieder das kurze Singlet anziehen (was jetzt nur bedingt stimmt, weil „kurz“ trägt der Langstreckenläufer bedenkenlos auch bei 12-15°).

Die Strecke
Hektisches Video unten, geruhsame Übersichten hier.

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Equipment und Aktionen

Freitag Messe im Flughafen Tempelhof, Samstag Frühstückslauf von Schloss Charlottenburg ins Olympiastadion, nachmittags Nike-Equipment mit Jan Fitschen ausprobieren, danach noch auf eine kurze Stippvisite in die BMW Marathon-Lounge am Kurfürstendamm –  es steht einiges auf dem (Vor)Programm…

Das für den Moment. Kommende Woche folgt ein ausführlicher Laufbericht aus der Landeshauptstadt.

Der Tag danach

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