Tempolauf am Baldeneysee

Sonne, Feierabend, Baldeneysee! Was gibt´s Schöneres, als die Hausstrecke mal zu tauschen (eh aktuell mit Sicherheitsproblem), und sich unter die skatenden und radelnden Massen zu mischen: Das heutige Tempotraining führte rund um den Baldeneysee, an dem auch noch die beliebten Ruhr Atolle erlebt werden können.

Schon die Anfahrt mit dem Motorrad gerät beim Baldeneysee zum Genuss, da viele beliebte, kurvenreiche Zufahrten direkt bis ans Ufer führen. Gänzlich stressfrei ist´s indes nicht gewesen, bei gefühlten 30 Minuten Rüstzeit zwischen Schluss im Büro und Start der Engines, Gentlemen.

In unserer dauerjährigen Kleingruppe ist „versetztes“ Training mittlerweile usus – der Eine zieht seine Intervalle durch, ein Anderer seinen langen Dauerlauf, den Dritten verschlägts in die Büsche, der Rest macht sein Tempotraining und spielt Spitzengruppe. Je nachdem, was gerade auf dem Trainingsplan steht. Zu Beginn und am Ende sieht man sich, mittlerweile kennt man sich, so viele Worte braucht es eh nicht mehr, und während der Einheit ist meistens doch jemand zum Quatschen in Reichweite. Natürlich nur, wenn ich nicht mit Peter laufe, denn Peter – mit 50 ein ganz klein wenig älter als ich – nimmt mir regelmäßig die Luft zum Atmen. Als Läufer lernt man immerhin, sich auch noch mit japsenden Satzfragmenten zu verständen, Schweigen und gemeinsames Keuchen ist natürlich phasenweise auch ganz toll. Ausserdem soll man nie die Intimität eines gemeinsamen Laufes unterschätzen, so ein geflügeltes Läufersprichwort. Da ist was dran.

Nach 2 Kilometern Aufwärmtrab und anschliessendem Dehnen ging es mit einer Pacezeit von 4,50 Minuten/km auf die Strecke. Ein wenig fehlte heute die Luft, laut Pollenflugkalender ist Ambrosia mäßig unterwegs, Beifuß stark. Mental und körperlich ist gerade die Form nicht die Allerbeste, außerdem zeigt das recht intensive Marathontraining für Oktober seine Wirkung. Das ist schon ein gewisser Dauerstress, in dem der Körper gerade steckt – ganz ehrlich bin ich nach Oktober froh, dass bis zum Frühjahr erstmal keine größeren Ziele auf dem Programm stehen, und die Winterpause gemütlich angegangen werden kann.

Die 6 Tempokilometer konnte ich noch planmäßig abschliessen, wobei sich das rechte Knie schon unangenehm zu Wort meldete. Kennt ihr das Gefühl, wenn der Schmerz direkt um die Ecke lauert, aber die Sehnen und Bänder noch gerade zu halten scheinen? Eine falsche Bewegung das Ende[tm] bedeuten könnte? So ungefähr. Zum Glück hat das Knie gehalten, wofür hingegen sich auch das linke Knie – beim Thema Schmerz eigentlich erste Wahl – mitterweile meldete. Also wenigstens Stereo! 2-minütige Gehpause, anschliessend langsamer Trab. Peter zog ab, während ich über die Regattabahn und den Wendepunkt der Staumauer hinweg in den Dualmodus schaltete: Laufen, Gehen, Laufen, Gehen, je nachdem, was die Gelenke noch zuliessen. Auf den Schlusskilometern sammelten mich die anderen ein, und wir beschlossen in netter Runde unseren kleinen Ausflug.

Nicht, ohne auf die Radfahrer und Skater zu schimpfen – mir selber ist zwar nur die schiere Menge an sportlichen Ausflüglern (positiv) ins Auge gefallen, die Femaille unserer Truppe ist aber wiederholt unfair (weil zu spät) von hinten angeklingelt worden, oder gleich von vorne beinahe überfahren, von Bikern auf stoischem Geradeauskurs. Obwohl jede Menge Platz zum Ausweichen gewesen wäre – es drängt sich der Eindruck auf, dass der Rundkurs von einigen Freitzeitsportlern zum Abreagieren genutzt wird. Vermutlich unterscheidet sich so eine abendliche, sportgewordene Freizeitarena und der Umgang der Menschen miteinander darin in Einzelfällen nicht großartig von der Rücksichtslosigkeit in anderen Bereichen. Wobei, unterm Strich die Stimmung gefühlt sehr positiv und gelöst war – man hört viel mehr Gespräche, sieht in viel mehr Gesichter, spürt durch den gemeinsamen Sport Verbundenheit. Und schön sind natürlich auch die Ruhr Atolle – noch bis Ende September und gut auch mit dem Tretboot erreichbar!

Gegen die schmerzenden Knie gab´s heute Abend erstmal kalte Güsse, Kühlung, Kompressionsverbände, Arnika- und Teufelskrallensalbe als Erstbehandlung. Schonung im Fortgang, wobei am Samstag wieder ein Laktattest auf dem Programm steht, am Sonntag der Miss-Zöpfchen-Lauf in Solingen und eigentlich auch noch ein richtig langer Lauf, aber schaun mer mal. Zum Glück steht nächste Woche Urlaub und Entspannung auf dem Programm – daher wird´s unterwöchig auch kein Update geben, sondern erst wieder im September. Der wird schon zu Beginn mit der Generalprobe spannend, führt in der Mitte über den Triathlon zum vorläufigen Trainingsfinish – Anfang Oktober gehts in Köln an den Start, Nummer 1974-0.

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