Das Paradies

Plan sagt: 120 min Dauerlauf GAT1, Tempo locker. Wetter sagt: Sonne. Also das Bike gesattelt, und auf zur Wupperaue. Was folgte, war ein Dauerlauf, der seinesgleichen suchte – ich weiss nicht, wie das noch zu toppen sein soll:
Angefangen beim malerischen Anblick weisser Schimmeln, asend am Wupperufer, über lauter entspannter, grüßender und gutgelaunter Menschen zu Fuss, per Rad oder am Stock, durch farbenfroh blühende Landschaften und Blumenmeere, den Geruch von purem Frühling atmend, (bronchenfeindliche Birkenhaine brachten eingangs Abzug in der B-Note) beschenkt mit Schauer am ganzen Körper, angesichts der Wärme und guter Musik (stilbrechend statt Freude, schöner Götterfunken elektronischer Breakbeat): Das war grandios, einzigartig, unwiederholbar, Trainingsplan-Elysium.

Unmöglich, dass das am Ende einfach aufgrund der Anstrengung zusammenhalluziniert wurde: Denn schon die Anfahrt nach Widdert war die pure Freude, die sich nahtlos beim Loslaufen fortsetzte. Insgeheim wartete ich auf eine Art Bruch, da es wohl unmöglich sein konnte, schon von Beginn an auf einer Endorphinwelle zu schweben, die sich gewaschen hat. Irrtum! 120 Minuten laufen sich zwar nicht ganz von alleine, aber der Track am Wupperhof teilt sich gut ein: Startup Auenlandschaft, gefolgt von Approach und Encouter diverser Ausflugslokale, über Brücke durch Wald, im Anschluss die große Weite, Wendepunkt und Brücke, Kotten, Wald mit (ehemaliger) Steinschlaggefahr, über erneute Auenlandschaft, Passage mit Südtiroler Anleihen, trespassing Ausflugslokale again, Brücke, Auenlandschaft „mittendrin“, Wald, und der letzte Kilometer – alle 2, 3 Kilometer gibt´s ein neues, lohnenswertes, landschaftliches Setting. Ganz zum Schluss baumelten die Füße meditativ in der (eiskalten, langsam dahingleitenden) Wupper, mit Blick auf die Kanuten. Zeitlos!

15 Kilometer pure Freude – Laufen scheint genau für diese Momente gemacht. Verschwenderisch schön, ein sinnliches Kunstwerk aus Licht, Farben, Gerüchen, Anstrengung, Orientierung und dem Gefühl, zur rechten Zeit an genau dem richtigen Ort zu sein. Das Wetter und die Blüte waren Glück, verglichen mit der gleichen Strecke 2009 war das heute jedoch ein Vielfaches mehr an Erlebten, von der verbesserten Kondition mal nicht zu reden, die den Lauf ebenfalls zum Genuss machte, gegenüber einem gefühlten Kampf noch vergangenes Jahr.

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