back on track

Erleichterung und Freude: Endlich wieder Laufen. In den letzten 2, 3 Wochen terminlich kaum dazu gekommen, schuf der letztwochenendliche Infekt eigentlich die Grundlage für eine weitere Auszeit plus Wiedereinstiegstraining. Nachdem sich allerdings die Halsschmerzen heute endgültig in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet haben (und mir das Laufen mittlerweile total fehlte), gab´s Nägel mit Köpfen. Auf der Hinfahrt zur jahreszeitlich bedingt arg dezimierten Truppe bei Schauerwetter wehmütig an die vergessene Regenjacke gedacht, musste es halt auch ohne gehen. Die teilbewaldete Strecke schottete vor den anfangs heftigeren Güssen ab, im Licht der Stirnlampe fragte man sich aber schon, ob es bereits schneeregnete. Erstaunlich locker dieser Lauf, mit einem recht unaufregenden Puls im Bereich GAT1. Nur eine gute Dreiviertelstunde und deutlich unter 10 Kilometer, aber Körpergefühl und Natur pur.Was hörten wir da noch, gestern bei einem Event des PR in der Solinger Tanzfabrik? Aus berufenem Munde, einer diplomierten Sportpädagogin: Heute läuft der Büromensch (=90% der Arbeitsplätze) am Tag deutlich unter 1 Kilometer. In Summe. Das ist für unseren Bewegungsapparat (der eben evolutorisch bedingt kein Sitzapparat ist) im gesundheitsschädlichen Bereich. Rücken- und Bandscheibenprobleme vieler Menschen legen Zeugnis ab. Komfort geht den meisten Menschen über alles, auch kürzeste Strecken werden nicht mehr zu Fuß bewältigt. Auf wieviele Schritte kommt man täglich, wenn man vom Bett ins Bad tappert, dann zum Auto (möglichst nah geparkt), zum Arbeitsplatz, abends zurück, zumeist auf der Couch, vor dem Fernseher, „entspannend“ (in Anführungszeichen, Haltung und Programm sind zumeist kontraproduktiv)? Gefolgt von 6-8 Stunden liegenden Schlafes. Es ist keine große Distanz. Unsere Vorfahren liefen noch 70% ihrer Wach-Zeit. 30, 40 Kilometer pro Tag. Mit dem Tempo der Industrialisierung und der Informationsgesellschaft kommen unsere Körper allerdings nicht mit, der Anpassungsprozess verläuft viel langsamer, und irgendwie ist ein bürooptimierter Körper als ultima ratio auch nicht wirklich erstrebenswert. Also: Bewegung, Bewegung, Bewegung.

Erst heute noch parkte ich bei einem Termin 500, 600 Meter weit weg vom Zielort, obwohl (kostenpflichtige) Parkplätze direkt vor dem Gebäude winkten. Entfernung spart hier nicht nur Geld, sondern tue auch meinem Körper etwas Gutes. Jede Bewegung zählt, jeder Meter Distanz, es gibt kein „zu wenig“. Doch schon diese zu Fuß leicht in 2, 3 Minuten zu schaffende Strecke führt beim Smalltalk über Parkplätze zu Erstaunen und einem im Unterton mitleidigen „oh, das ist aber weit weg“. Ist es nicht. Ein bisschen Extra an Zeit immer mal vorausgesetzt. Also. Verte!

Zur Feier des Tages darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen: 1, 2, 3! Surreales Video, aber echt evergreener Electrolore-Smasher! Schwer empfehlenswert auch sein Hörbuch.

(Visited 27 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.