Von den Socken

Gestern eine unspektakuläre 10 Kilometer-Runde rund um´s Haus gelaufen, dafür endlich die Unendlichkeit am Fuß: Unterwegs mit den Zwillingen Brooks Infinity L und Brooks Infinity R.


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Advanced sock technology mit Dri-Stitch, mesh top, archilles tab, arch compression, anatomically correct left/right comfort und einem flat toe seam, yeah! Vielleicht aber auch einfach mal die technischen Details weglassen, rein in die Socken, und loslaufen. Wie fühlen die sich an?

Okay, ich schicke kurz meine bisherigen Laufsockenerfahrungen voraus. Im Angebot sind Modelle von Mizuno (weiss) und Kaijin (schwarz). Ersteres ist Sportartikelhersteller mit Tendenz zum Mischmasch, letztere Hausmarke des Sportartikeldiscounters Decathlon. Beide erfüllen ihren Zweck: Vorrangig und überwiegend, nicht zu dick aufzutragen. Füßlinge, die dünn und atmungsaktiv sind, quasi nur noch den Knöchel umschliessen, den Rest des Schienenbeins aber Schienenbein sein lassen. Das ist ehrlich, denn so unternehmen sie nicht mal den Hauch des Versuchs, Knie- oder Kompressionssocke sein zu wollen.

Jetzt zu den Brooks-Socken: Im Mix grau und grün, im Mittelteil racekompatibel schwarz/weiss kleinkariert: Optisch schonmal meilenweit vom unfarbigen Einheitsbrei in der Sockenschublade entfernt. Definitiv dicker als meine bisherigen Socken – die Füße freuen sich! Liebevoll geschneidert: Der hintere Teil des oberen Bündchens ist nochmal ein Stück extra verlängert und archillessehnenoptimiert gepolstert.

Als ich mit den Socken in den Schuhen stecke, dachte ich “Whow, wie maßgeschneidert”. Der Rand der Socken folgt exakt dem Verlauf meiner Schuhe . Ausnahmsweise noch keine Brooks-Schuhe, womit man den Infinits auch interoperable Kreuzkompatibilität attestieren kann. Zudem sind sie tatsächlich maßgeschneidert, mindestens aber ergonomisch je für den rechten und linken Fuß gefertigt – die Passform ist schlicht perfekt, die Aufschrift “R” und “L” lässt je Socke auch gar nicht erst Zweifel aufkommen. Passen wie angegossen.

Durchaus ein kleines Wagnis, so 10 Kilometer mit nagelneuen Socken auf nacktem Fuß. Aber Qualen? Fehlanzeige. Noch nicht mal Unannehmlichkeiten, Ärgernisse oder Scherereien. Stattdessen Wohlgefühl und Schmeichelei aufgrund der Passform, außerdem Luftigkeit wegen der freibleibenden Knöchel: Die Socken schliessen mit dem Saum der Schuhe ab, lassen maximal viel Haut im Übergang zwischen unterem Schienbein und Fuß frei – Infinity Low Cut Tab eben. I love it. Als Sitzriese sind mir keine langen Beine vergönnt, daher bin ich um jeden optischen Extrazentimeter unterhalb der Hüfte dankbar.

Abschließend zum Thema Komfort: Weil sie ein bisschen dicker als herkömmliche Socken daherkommen, blitzte zu Hause der Gedanke auf, sie auch als Hausschuhersatz zu ge- und missbrauchen. Mein Parkett bedankt sich, aber letztlich brächte ich es nicht übers Herz: Laufsocken sind nun mal Laufsocken, so gern ich sie auch solo ansehe [Update: Natürlich habe ich sie angezogen und auch exakt in diesem Moment an – freier Wille bleibt eben eine Illusion].

Das Thema Haltbarkeit dürfte zum letzten wirklich wesentlichen Testkriterium avancieren. Eingangs besagte Laufsockenalternativen von Mizuno und Kaijin haben nämlich keinerlei farbliche Kontiuität gezeigt: Weiss scheint mir generell eine eher ungeeignete Farbe für ganzjährig und teils trailseitig eingesetzte Outdoorartikel zu sein, am Ende changiert es doch deutlich und dummerweise dauerhaft ins Beige-Ockere [Einschub: hier vielleicht die Anekdote bringen der weissen Unterwäsche vom StrongmanRun 2010, die bis heute nicht wieder sauber zu kriegen war. Vielleicht aber auch lassen, da nicht vermittelbar, weshalb dererlei Sachen so lange aufgehoben werden].  Schwarz: Nun ja, in der Dunkelheit einfach unpraktisch, außerdem zu sehr Trauerkloß. Generell sind diese Socken reine Gebrauchsartikel geworden. Keine feierliche Freude beim An- und Ausziehen, ganz anders als bei den Brooks, bei der schon das Zurhandnehmen die reinste Freude ist.

Fazit
Fantastisch. Fünf, ach was, zehn Euro für das Phrasenschwein, aber: Ich bin von den Socken. Erstaunlich, was man aus dem Thema Strumpf, Nylon (96%, Dri-Stitch[tm]) und etwas Lycra (4%) machen kann.: Als waschechtes Markenprodukt vom Spezialisten dürften und dürfen die Socken ein paar Euro mehr kosten als die Stangenware im Dreierpack. Dafür besitzt man aber einfach ein ganz besonderes Accessoire mit Nutz- und Wohlfühlwert, längerer Haltbarkeit und diversen Features, die den Füßen einfach Freude machen. Grund genug, sie bald auch unseren tausenden Firmenläuferinnen und Läufern zugänglich zu machen – dazu bald auf Facebook mehr. Daneben findet ihr digitale Lauftextil auch hier im Brooks Onlineshop. Run happy!

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