Machen wir es kurz: Ausdauer bringt körperliche, seelische und sonstige Vorteile mit sich.
Körperlich
Je länger man läuft, desto mehr Kalorien verbrennen. Längeres Laufen begünstigt damit das Abnehmen. Lockere, lange Läufe erhöhen die Anzahl von Blutgefäßen und Mitochondrien in der aktiven Muskulatur – und fördern damit die Fähigkeit, Sauerstoff zu verarbeiten. Der Körper passt sich an die steigenden Belastungen an. Die Muskeln werden kräftiger, insbesondere das Herz, das eine tragende Rolle beim Laufen spielt. Ausdauerndere Läufer werden außerdem schneller – nicht nur bei Sprints, sondern auch über Wettkampfdistanzen. Last but not least profitiert der Körper von gesteigerten Abwehrkräften und viel frischer Luft.Seelisch
Laufen kann Überwindung kosten. Gerade lange Läufe, belastende Trainingseinheiten wie Tempoläufe, Intervalltraining oder Fahrtspiele und ungünstige Wetterverhältnisse machen mentale Grenzen spürbar. Die regelmäßige Auseinandersetzung mit dem inneren Schweinehund bringt die richtige Übung. Ausdauer ist keine rein körperliche Fähigkeit, entscheidend ist maßgeblich auch der Kopf. Ausdauer erhöht die Willenskraft und innere, mentale Stärke. Dieser Nutzen beschränkt sich nicht nur auf den Sport, sondern bereichert das ganze Leben. Stressresistenz, Ausgeglichenheit und das Vertrauen in die eigene Leistung und die Fähigkeit zur Überwindung von Problemen und Grenzen steigen.
Um es in irgendeiner Disziplin zu etwas zu bringen, muss man stets Hindernisse überwinden und Herausforderungen meistern – eine Zeit der Mühen, die von Bodybuildern „die Schmerzphase“ genannt wird. Diejenigen, die ihr Bestes geben, sich von Schmerz, Erschöpfung, Rückschlägen und Schlimmerem nicht in die Knie zwingen lassen, werden am Ende den Lohn dafür ernten.
Sonstiges
Wer nur 400 Meter laufen kann, kommt höchstens bis zur nächsten Bäckerei. Längere Distanzen machen das eigene Fahrzeug oder den ÖPNV gelegentlich entbehrlich. Es ist sicher nicht jedermanns Sache, im Laufdress einzukaufen, doch andere sinnvolle und verknüpfbare Aktivitäten gibt´s genug. Außerdem: Ab einer Stunde aufwärts lässt sich auch mal wieder ganz bewusst ein Album durchhören. Oder ein längerer Podcast.
Nachteile
Spätestens diese Punkte sind Indikatoren dafür, dass man es mit der Ausdauer übertreibt. Woran man erkennt, dass man zu viel läuft:
1. Du hast das Tacho auf VO/2, HF und BPM umgestellt
2. An der Tankstelle tankst Du nur noch Iso und Sauerstoff
3. Die Omis im Park füttern nicht mehr die Tauben, sondern Dich
4. Du fängst an, am Bahnhof mit Runners High zu handeln
5. Deine Kinder heissen Haile oder Paula
6. Im Urlaub geht´s abwechseln nach Garmin-Patenkirchen oder Polar
7. Bei Arbeitsbeginn läufst Du mit ausgestreckten Armen durchs Werkstor und suchst anschliessend den Stand mit Bananen, Fleischwurst und Aufbaugetränken. Danach erkundigst Du Dich bei der IT nicht nach einem Home-, sondern Field Office.
8. Du siehst Nordic Walker und rufst „Ihr werdet niemals dazugehören!“
9. Du schlägst im Fremdwörterlexikon „Regeneration“ nach
10. Deine Postanschrift ist identisch mit dem Sportplatz